Pressemitteilung 10.Lauf Supersport WM Nürburgring - Wildcard für Marc Moser

Pressemitteilung 10.Lauf Supersport WM Nürburgring - Wildcard für Marc Moser

Koblenz, den 05.09.2011

Keine Angst vor großen Namen......

Die hat Marc ganz sicher nicht. Respekt? Klar, den hat er. Wir sprechen hier immerhin von der Supersport-Weltmeisterschaft. Hier treten die besten 600er SSP Piloten der Welt, immerhin 33 an der Zahl, gegeneinander an. Und es sollte kein leichtes Wochenende werden, hier war wirklich alles dabei. Sozusagen ein High-End-Wochenendseminar erster Güte.
Aber alle waren sich klar darüber, hier konnten wir nur gewinnen: Wenn alles nach Plan
läuft eine gute Platzierung, neue Erfahrungen, neue Leute, ein aufregendes Rennwochenende, viele neue Erkenntnisse, ein weiterer Baustein, aber dazu später mehr. Also, starten wir durch.

Freitag 9:45: Das erste freie Training und es regnet. Marc ist nicht der berühmte Regengott. Nicht weil er nicht im Regen fahren kann, sein „körperbetonter“ Fahrstil eignet sich sehr gut dafür. Nein, er hat in den letzten Jahren unter meist sehr schweren Bedingungen nie das richtige Gefühl aufbauen können. Für den Nürburgring haben wir extra ein Regenfahrwerk aufgebaut, um Marc von der technischen Seite optimale Bedingungen bieten zu können. Heraus kam ein achtbarer 26.Platz. Klar, wir veranstalten über einen 26.Platz keinen Freudentanz, wir sprechen aber hier, um es noch einmal zu betonen, über die SSP Weltmeisterschaft mit den besten SSP Fahrern dieser Welt.
Wir wissen was wir können, wir wissen aber sehr wohl unsere Grenzen einzuschätzen und
wo es manchmal noch dran hapert. Rennfahren auf höchstem Niveau hat weniger mit risikofreudigen „Reinhalten“ zu tun, sondern ist eine Kunst, bei der man Baustein für Baustein aufeinander setzen muss. Über das Training, über den Tag, über das Wochenende, über die Saison. Und so haben wir im ersten freien Training also wieder einen der Bausteine setzten können. Soll erfüllt.

13:45 Uhr: Das erste Qualifying und alles läuft mal wieder auf den Punkt nach Plan. Wir haben noch keine Übersetzung, das Trocken-Setup steht nur anhand unserer Simulation. Wir fahren rein, fahren wieder raus, stellen Baustein für Baustein aufeinander. Hier ein Klick, da ein Zahn. Alles läuft ruhig und konzentriert ab. Am Ende noch eine schnelle Runde und: Platz 14! Das klingt doch gut.

Samstag, 9:45 Uhr: Zweites freies Training. Wir wollen die erste Hälft nutzen, um in einer verkürzten Rennsimulation die Performance unserer geplanten Reifen-/Setting- Kombination für Sonntag zu testen. Und... wir wollen natürlich schneller fahren. Marc geht sofort auf die Strecke. Erste Runde, er kommt über Start Ziel, Zeit 2.04, er will es wissen. Zweite Runde, erste Sektor Platz 11, zweiter Sektor Platz 9, es geht nach vorne, dritter

Sektor: Crash #43 Rider OK. Marc kommt an die Box: „Bin über das Vorderrad gestürzt, Shit
Happens“.
Wir hatten einen etwas härteren Vorderreifen gewählt. Der weiche hat in der Einlenkphase, wenn Marc noch hart auf der Bremse war, etwas „geschoben“. Das Gripp-Level der härteren Mischung war dafür einen Tick geringer, ein Umstand der auf dem Niveau schon reicht zu stürzen.

16:05 Uhr: 2.Qualifying: Wir spulen erst einmal, auch wenn alle Wetterberichte für morgen Regen ankündigen, unsere Rennsimulation ab. Marc kommt um 16:30 Uhr an die Box. Wieder ein Baustein abgearbeitet, alles läuft im Plan. Wir wechseln die Reifen vorne und hinten, stellen das Setting auf „Angriff“ um. Keine Spur des fehlenden Trainings oder Sturzes vom Morgen. Marc macht einen souveränen und ruhigen Eindruck, er weiß was er kann. Dann geht's raus, jetzt ist er alleine – und macht alles richtig. Die ersten beiden Anläufe werden von anderen Fahrern zerstört, eine Unart die leider in der WM herrscht. Dann die Letze mögliche Runde. Marc geht 30 Sekunden vor der Flagge über die Ziellinie. Jetzt kann keiner mehr taktieren, jetzt müssen alle schnell fahren. Jetzt gilt´s. Diese eine verdammte Runde und Marc bekommt sie hin. Legt alles rein. 2:00,889, Platz 13. Alle an der Box jubeln, sind stolz auf ihren Marc.

Sonntag, 9:45 Warm Up: Als ich in Koblenz um 7:30 Uhr los fahre, regnet es. Klar, der Wetterbericht hat es ja vorausgesagt. Aber insgeheim haben wir dann doch alle gehofft, dass es trocken bleiben wird. Und es wird noch schwieriger. Es fängt an abzutrocknen und wir bekommen die berüchtigten halb und halb Verhältnisse. Also wieder eine neue Lektion, ein Baustein zum Abarbeiten. Wir packen hinten einen Intermediate und vorne einen Regenreifen rein und stellen das vorher ausgearbeitete Setting für solche Verhältnisse ein. Es ist ein bisschen „Business as usual“. Marc erledigt seinen Job mal wieder mit Bravour, spult seine Runden ab und ist am Ende 18. Soll erfüllt.

13.00 Uhr: Das Rennen naht, jetzt wird es ernst. Unsere Gebete sind erhört worden, trotz aller Regenvorhersagen, es bleibt trocken. Wir stehen im Grid und Marc ist mit Sicherheit einer der entspanntesten, wenn nicht sogar der entspannteste Pilot dort. Seine Lockerheit ist eben sein Plan. Er spricht mit mir, hält seine Freundin Kira im Arm, schäkert mit ihr. Das
1 Minuten Schild kommt, das Gesicht wird ernster. Visier zu, ein kurzes „Zeig´s allen“, ein
Klapps auf den Rücken, jetzt kann die Show beginnen.
Die Ampel schaltet auf Grün und das Feld der 33 Piloten jagt los. In der ersten Ecke ein heftiges Erwachen. Auch der Letze im Training, der 4 oder 5 Sekunden pro Runde langsamer gefahren war als Marc, scheint in der ersten Kurve die Führung übernehmen zu wollen. Marc braucht zwei Runden um sich zu sortieren, dann ist das Fahrerfeld, in das er aufgrund seiner Rundenzeiten-Performance eigentlich hingehört, leider entflohen. Er ist 26er, das

hatte er sich anders vorgestellt. Willkommen in der Weltmeisterschaft. Aber er beißt sich mal wieder durch: kämpft, presst, zieht sein Ding durch und wir am Ende mit Platz 18 belohnt.
Wir stehen an der Box, freuen uns, haben mit Marc mitgekämpft und sind: ZUFRIEDEN. Es war ein starkes Wochenende mit einem starken Fahrer und einem starken Team.

Mit diesem Input geht es jetzt zum IDM Finale nach Hockenheim. Wir wollen dort einen guten Eindruck hinterlassen, einen weiteren Baustein setzten und sonntags zufrieden unsere Abschluss-Party feiern.
So muss es sein und nur so macht es Racing erfolgreich. Alle Freunde, Sponsoren und
„Mitfieberer“ sind herzlich eingeladen, bei uns vorbei zu kommen.

Mit sportlichem Gruß
Dietmar Franzen