Poker auf dem Hockenheimring - Team Motorradsport Schmitt Binningen

Poker auf dem Hockenheimring - Team Motorradsport Schmitt Binningen

Motorradsport: Einstimmige Unentschlossenheit

Regenreifen oder nicht? Das war die alles beherrschende Frage am Wochenende beim 4. Lauf der Deutschen Seriensportmeisterschaft am Hockenheimring. Der Wechsel von 38° im Schatten bis hin zum Platzregen mit Temperatursturz machte nicht nur den Zuschauern zu schaffen. In den Boxen wurde bis zuletzt diskutiert, mit welcher Taktik das Rennen optimal zu fahren sei.

Während die Regenreifen bei der ersten Dauerprüfung wahre Wasserfontänen hinter sich her zogen, brannte den Fahrern bei der 2. Dauerprüfung die Sonne auf den Pelz.

Als gegen 16.00 Uhr Kevin Schmitt (Binningen), Tim Baral (Birkenfeld) und Alex Mieden (Gamlen) vom Team Motorradsport Schmitt, Binningen in die entscheidende Sprintprüfung gingen, war alles richtig oder falsch: nach einem kräftigen Regenguss stand die 4567 m lange Strecke komplett unter Wasser - während am Horizont bereits die Sonne lachte. Schmitt und Baral entschieden sich für Regenreifen, Mieden pokerte ebenso und zog die Trockenreifen auf.

Schmitt startete hinter dem Tabellenersten Dierk Meesters auf Postition 2. Er hielt diesen Platz während des gesamten Rennens und ging auch nach 17 Runden als 2. über die Ziellinie, dicht gefolgt von Julius Ilmberger. Nicht so viel Glück hatte Tim Baral. Auf regennasser Fahrbahn geriet er auf der Begrenzungslinie ins Schleudern und musste seine Maschine leicht beschädigt im Kies liegen lassen. Damit war für ihn dieser Renntag vorbei. Alex Mieden belegte wie bei allen vorherigen Läufen Rang 13.

Alles in allem war es ein anstrengender Renntag und man durfte gespannt sein, was der Sonntag bringen würde.

Am zweiten Tag des Motorrad-Weekends, ausgerichtet vom ADAC Hessen-Thüringen, war Petrus den Rennsportlern freundlicher gesonnen. Die Sonne schien während des 1. und 2. Zeittrainings und blickte bis zum Ende des 500 km-Rennens immer mal wieder durch die Wolken.

Somit war auch die Reifenfrage im Vorfeld geklärt und die Fahrer konnten sich auf das Wesentliche konzentrieren. Von der 7 . Startpostition aus gelang Kevin Schmitt vom Team Motorradsport Schmitt, Binningen ein perfekter Start. Überschattet wurde dieser Start von einem schweren Unfall Bernd Hufnagels aus Eberbach unmittelbar vor der ersten Kurve. Zunächst bewusstlos, zeigte er einige Minuten später seinen Fans, dass er offenbar mit dem Schreck davon gekommen war.

Bei der Wiederholung des Le-Mans-Starts konnte Schmitt seinen Sprint erfolgreich wiederholen. Sofort setzte er sich an die Spitze des Feldes. 500 km Rennstrecke mit einer 1000 ccm starken Maschine entsprechen in etwa 3 Stunden reine Fahrzeit und 110 Runden des 4,567 km langen Kurses. Nach der Verzögerungen durch Hufnagels Unfall wurde die Fahrzeit auf 100 Runden verkürzt. Während des gesamten Rennens bewegten sich Kevin Schmitt und sein Teamkollege Tim Baral (Birkenfeld) zwischen Position 1-3. Es blieb bis zur letzten Sekunde spannend. Wenige Runden vor Schluss war offensichtlich, dass noch ein Boxenstopp zum Tanken nötig war. Es durfte keine Sekunde verschenkt werden, wenn Schmitt/Baral den Sieg einstecken wollten. Bei der Ausfahrt aus der Boxengasse sah Baral seinen schärfsten Mitstreiter Marco Stilgenbauer heranbrausen. Rad an Rad kämpfte man um den entscheidenden Vorsprung. Und Baral behielt die Nase vorn. Kurz vor 18.00 Uhr fiel für den 25-jährigen die Zielflagge.

Eine ebenso beachtliche Leistung zeigten Stefan Esper und Alexander Mieden (beide Gamlen). In der Gesamtwertung bislang an Platz 5, gelang es ihnen in diesem letzten Lauf der ADAC Conti-Challenge, sich in der Jahreswertung auf Platz 2 vorzukämpfen. Somit standen gleich 4 Fahrer vom Team Schmitt Motorradsport, Binningen auf dem Siegerpodest.

Ohne Pokal mussten Christoph Bertram (Gamlen ) und Michael Gieretz (Leienkaul) nach Hause fahren. Sie freuten sich jedoch mit ihren Teamkollegen und feierten gemeinsam die Siegerehrung.

Text und Fotos: © Edith Klasen