Technische Information
Abstimmung Teil 3: die Dämpfung
Dämpfung einstellen
Die Einstellmöglichkeit von ÖHLINS-Stoßdämpfern lassen eine genau Feineinstellung zu. Sie können optimale Einstellungen für Ihr Gewicht, Gepäck, Ihre individuelle Fahrweise und den Straßenzustand vornehmen. Um das Fahrverhalten zu verbessern, ist es sehr wichtig, dass man die Funktion der Stoßdämpfer versteht. Dann können Sie in der Praxis versuchen, die Einstellung zu optimieren.
Abhängig vom Modell können die Einstellungen von Vorspannung, Härte und Höhe vorgenommen werden. Die Dämpfung wird mit Drehknöpfen und Schrauben eingestellt. Sie haben ein normales Rechtsgewinde. Im Uhrzeigersinn gedreht ist die Dämpfung verstärkt und gegen den Uhrzeigersinn reduziert. Die Drehknöpfe haben definierte Positionen mit feststellbaren Klicks, die es einfach machen, die richtige Einstellung durchzuführen. Vorspannung verändert das Fahrverhalten am meisten. Der Einstellungsdrehknopf ist auf der unteren Kolbenstange positioniert (Bild 9). Er kann in 40 Stufen eingestellt werden.
ACHTUNG!
Falls an der Zugstufe keine Klicks hör- oder fühlbar sind, muß der Dämpfer von einem autorisierten ÖHLINS-Service-Stützpunkt überprüft werden. Es kann ein Hinweis auf fehlenden Gasdruck oder Öl sein. Das Einstellrad befindet befindet sich am Ende der Kolbenstange direkt über dem Endauge bzw. der Aufnahmegabel ( je nach Ausführung!) und ist in ca. 25 Stufen einstellbar. Einige Typen (früher PRX, jetzt PR1C2) haben zusätzlich einen Einsteller für den Hoch- und Niedrig-Geschwin-digkeitsbereich der Druckstufe. (Bild 11) Der Niedriggeschwindigkeitsbereich ist in ca. 25 Stufen einstellbar. Benutzen Sie hierfür einen Schlitzschraubendreher. Der Einsteller für den Hochgeschwindigkeitsbereich ist in ca. 48 Stufen einstellbar. Benutzen Sie hierfür einen 14 mm-Aussensechskantschlüssel (oder Nuss).
ACHTUNG!
Bei neuer Einstellung ist es einfacher, von ganz zugedrehter Einstellung ausgehend zu zählen. Der Einsteller sollte nicht zu hart zugedreht werden.
ACHTUNG!
Der Sechskant vom 2-Wege-Kompressionsventil ist natürlich eloxiertes Aluminium. Der Hochgeschwindigkeitseinsteller hat eine Schlüsselweite von 14 mm und einen Einstellbereich von 48 Stufen (Klicks). Der Einsteller für niedrige Geschwindigkeiten ( Schlitzschraubendreher) hat einen Einstellbereich von 25 Stufen. Der 1-Weg-Kompressionseinsteller ist goldeloxiert. Der Einsteller (geschlitzte Kopfschraube) hat einen Einstellbereich von 25 Stufen. Das Sechskant sollte nicht verdreht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass Öl aus dem Federbein austritt.
ACHTUNG!
Hochgeschwindigkeit und Niedriggeschwindigkeit ist bezogen auf die Ein-/Ausfedergeschwindigkeit der Kolbenstange des Dämpfers. Es steht nicht in direktem Zusammenhang mit der gefahrenen Geschwindigkeit des Motorrades.
Abstimmung Ihres Motorrades
ACHTUNG!
Immer von der von ÖHLINS empfohlenen Grundeinstellung ausgehen. Machen Sie immer Aufzeichnungen, verstellen Sie in kleinen Schritten (max. 4 Klicks) und verändern Sie immer nur eine Einstellung gleichzeitig. Einstellungen sollten in Schritten von 2 Klicks pro Veränderung gemacht werden. Die Einstellung sollte normalerweise nicht weiter als 4 Klicks (+-) von der Grundeinstellung abweichen. Durch Test- und Einstellmöglichkeiten können Sie lernen, wie das Motorrad auf die Veränderungen reagiert. Beginnen Sie immer mit einer Probefahrt in der empfohlenen Grundeinstellung. Wählen Sie eine kurze Strecke mit unterschiedlichen Bedingungen, schnelle und enge Kurven, sanfte Bodenwellen und harte Absätze. Fahren Sie dann immer die gleiche Strecke und verändern nur eine Einstellung pro Testfahrt.
Zugstufendämpfung
Beginnen Sie mit der Zugstufendämpfung (Bild 12). Wenn sich das Motorrad instabil und schwammig anfühlt, sollten Sie die Zugstufendämpfung erhöhen. Beginnen Sie, indem Sie den Zugstufensteller 4 Klicks nach rechts (im Uhrzeigersinn)drehen. Machen Sie wieder eine Probefahrt und drehen Sie 2 Klicks zurück, wenn es sich zu straff und hart anfühlt. Wenn sich das Motorrad straff und hart anfühlt, speziell nach einer Reihe von Bodenwellen, sollte die Zugstufendämpfung reduziert werden. Drehen Sie das Stellrad 4 Klicks im Gegenuhrzeigersinn und machen Sie die Probefahrt. Falls erforderlich die Korrektur auf 2 Klicks durchführen.
Druckstufen-Dämpfung
Der Niedriggeschwindigkeitseinsteller beeinflusst die Fahrhöhe, den Komfort über kleine Wellen und die Traktion (Grip). Der Hochgeschwindigkeitseinsteller beeinflusst die Stabilität, die Härte in Kompressionen und schnellen Kurven. Wenn das Motorrad sehr tief fährt, sollte der Niedriggeschwindigkeitseinsteller erhöht werden. Drehen Sie 4 Klicks nach rechts und machen Sie die Probefahrt. Wenn das zu viel war, drehen Sie 2 Klicks zurück. Wenn sich das Motorrad unkomfortabel anfühlt auf Strecken mit vielen kleinen Wellen oder schlechte Traktion hat, sollte die Niedriggeschwindigkeitseinstellung verringert werden. Drehen Sie den Steller 4 Klicks im Gegenuhrzeigersinn (nach links) und machen Sie eine Probefahrt. Falls das zu viel war, korrigieren Sie um 2 Klicks. Wenn sich das Motorrad in schnellen Kurven instabil anfühlt, und eine Tendenz zum Durchschlagen in Kompressionen und Schikanen hat, sollte die Hochgeschwindigkeitseinstellung erhöht werden. Drehen Sie 6 Klicks nach rechts (im Uhrzeigersinn) und machen Sie die Probefahrt. Wenn das zu viel war, drehen Sie 3 Klicks zurück (nach links). Wenn sich das Motorrad sehr straff und hart anfühlt, oder eine Tendenz zum Hinterradstempeln beim Bremsen hat, sollte die Hochgeschwindigkeitseinstellung reduziert werden. Drehen Sie 6 Klicks nach links und machen Sie die Probefahrt. Machen Sie weitere Korrekturen in Stufen von je 3 Klicks. Falls Sie noch nicht ganz zufrieden sind mit der Abstimmung können Sie weitere Feineinstellungen machen. Nur viele Erfahrungen sammeln hilft hier weiter.
ACHTUNG!
Stellen Sie sicher, dass die Federvorspannung vorne und hinten richtig eingestellt ist, bevor Sie weitere Einstellungen vornehmen. Eine einfache Regel ist, dass erhöhte Federvorspannung auch eine Erhöhung der Zugstufendämpfung um 2 Stufen erfordert. Wenn Sie eine Verbesserung erreicht haben, gehen Sie nochmal zurück zur Ausgangslage um die Gegenprobe zu machen. Vergessen Sie nicht begleitende Faktoren wie Reifen und Temperatur usw. zu berücksichtigen. Machen Sie weitere Probefahrten, um festzustellen, ob noch Feineinstellungen erforderlich sind.








